Die mit großer handwerklicher Fertigkeit geschaffenen feingliedrigen Skulpturen wie auch die kompakten Formen sind getragen von großer Einfühlsamkeit. Sie sind schlicht und sparsam, dennoch ausdrucksvoll und von großer innerer Lebendigkeit und Kraft. In Renate Fellners Arbeiten klingen die Faszination für handwerkliche Herausforderung und die Möglichkeiten des Materials zusammen mit einer ideellen Meditation über den Menschen und seine Natur, über Leben und Seinzustände überhaupt. Dies geschieht so, daß die entstehen den Skulpturen zugleich auch stilisierte Vergegen ständlichungen einer allgemein menschlichen Situation sind: Mutter und Tochter sind auf diese Weise zugleich Liebe, das kleine sitzende Kind zugleich Sinnbild für Trauer:

Ausgangs und Kristallisationspunkt von Renate Fellners Schaffen ist die runde Form, eine Urform, aus der alles geboren wird und in die sich alles wandeln kann, eine in sich verfließende Bewegung, in der zugleich Geschlossenheit und fragile Offenheit zu Tage tritt. Dieser Dualismus, der sich immer wieder in Renate Fellners Werk äußert sei es in ihrem Fischwelt oder ihrem Regenbaum-Brunnen oder in den zahlreichen Kinderfiguren, ist Gestalt gewordener Ausdruck einer inneren, kreativen Spannung, die sich aus der Entfernung zwischen romantisch entrücktem Ideal und einer in ihrer Intensität manifest gewordenen Skulptur Wirklichkeit ergibt.

Renate Fellners Skulpturen besitzen so etwas von der distanzierenden Perfektion und Hermetik der zugrundeliegenden Abstraktion "Trauer", "Liebe", "Schmerz", "Versunkenheit", "Genuß", zugleich sind sie aber Reste und festgehaltene, damit anfaßliche und körperliche Spur einer wenn auch nur momentanen Erfüllung. Auf eigentümliche Weise ist den Skulpturen ein Nebeneinander von selbstgenügsamer Autonomie und Verletzlichkeit, Distanz und Berührung eigen. Sein ist in Renate Fellners Skulpturen auch Idee von Sein, Leben auch Idee von Leben.